Erste Broschüre zum Thema Demenz und Berufstätigkeit verfügbar

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat eine neue Broschüre zum Thema „Demenz und Berufstätigkeit“ veröffentlicht. Diese Broschüre beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Unternehmen und Behörden stellen müssen, wenn es um Mitarbeiter geht, die entweder selbst an Demenz erkrankt sind oder pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sind. Ziel ist es, praktische Lösungsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um diese Mitarbeiter im Berufsleben zu halten oder zu unterstützen.

Die Broschüre beleuchtet ausführlich die Herausforderungen und Lösungsansätze für Menschen mit Demenz im Berufsleben sowie für ihre Arbeitgeber und Kollegen​​. Im Zuge der Nationalen Demenzstrategie bietet sie konkrete Informationen und Handlungsempfehlungen, um das Arbeitsumfeld demenzfreundlicher zu gestalten und die Teilhabe Betroffener am Arbeitsleben zu fördern.

Herausforderungen

Die Broschüre thematisiert, wie Demenz das Berufsleben Betroffener beeinflusst und welche Herausforderungen sich daraus ergeben. Insbesondere stehen folgende Aspekte im Fokus:

  • Frühzeitige Diagnose und Akzeptanz: Die Identifikation von Demenzsymptomen und deren Akzeptanz sowohl durch die Betroffenen als auch durch das Arbeitsumfeld sind zentrale Herausforderungen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es, unterstützende Maßnahmen einzuleiten und den Betroffenen länger im Arbeitsleben zu halten.
  • Anpassung des Arbeitsplatzes: Die Anpassung des Arbeitsumfelds an die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ist essenziell, um deren Arbeitsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Dies kann beispielsweise die Reduzierung von Stressfaktoren oder die Anpassung der Arbeitsaufgaben umfassen.
  • Sensibilisierung und Schulung: Das Bewusstsein und Verständnis von Kollegen und Vorgesetzten für die Erkrankung zu fördern, ist entscheidend für ein inklusives Arbeitsumfeld. Schulungen können dabei helfen, Vorurteile abzubauen und die Unterstützung im Arbeitsalltag zu verbessern.

Lösungsansätze

Die Broschüre bietet diverse Ansätze, um den genannten Herausforderungen zu begegnen:

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement: Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Mitarbeitenden nach längerer Krankheit sollten auch die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz berücksichtigen.
  • Flexible Arbeitsmodelle: Teilzeitarbeit, Homeoffice-Möglichkeiten oder flexible Arbeitszeiten können dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz länger erwerbstätig bleiben können.
  • Schulungen und Informationsmaterial: Die Bereitstellung von Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte sowie Informationsmaterialien über Demenz tragen zu einem besseren Verständnis und zur Entstigmatisierung bei.
  • Netzwerkbildung und externe Beratungsangebote: Die Vernetzung mit externen Beratungsstellen und die Nutzung spezialisierter Dienste können Unternehmen dabei unterstützen, angemessene Maßnahmen für betroffene Mitarbeitende zu finden.

Die Broschüre verdeutlicht, dass eine demenzfreundliche Arbeitsumgebung nicht nur den Betroffenen selbst, sondern dem gesamten Betrieb zugutekommt. Durch die Schaffung eines inklusiven und unterstützenden Arbeitsumfelds können wertvolle Mitarbeitende länger im Unternehmen gehalten und deren Potenziale genutzt werden.